AUSGESCHLAFEN AN DER AUTOBAHN

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Mini-Hotelzimmer für Lkw-Fahrer

Von Christopher Trinks

DÜSSELDORF | Auf den ersten Blick könnte man meinen, ein Lkw hätte hier seine Ladung abgestellt und schlicht vergessen. Doch der fast 14 Meter lange Überseecontainer, der auf einem Autobahn-Rasthof in Norddeutschland steht, soll einem Berufskraftfahrer nicht etwa Ärger bereiten, sondern seinen Arbeitsalltag erleichtern. Öffnet sich eine der vier Türen des Containers, blickt man in ein 7,5 Quadratmeter großes Zimmer mit WC, Duschbad, TV und W-Lan – die tägliche Reinigung komplettiert den Hotelstandard. Denn das „Roatel” ist ein Mikro-Hotel „on the Road”, also speziell für Berufskraftfahrer entworfen, welche eine Unterkunft für die Nacht oder ihre gesetzlich festgeschriebene Wochenruhezeit suchen müssen. „Dabei wollen viele Fahrer ihr Fahrzeug nicht alleine irgendwo stehen lassen. Deshalb bringen wir das Hotel jetzt zu ihnen”, sagt Christian Theisen.

Fast zwei Jahre ist es her, dass er und sein Partner Ralf-Peter Kals die Marktlücke witterten. Im Juli 2020 beschloss das europäische Parlament mit dem „Mobilitätspaket I” Reformen, die die Arbeitsbedingungen vieler Berufskraftfahrer aufbessern sollten. Seitdem müssen diese etwa auf Kosten des Arbeitgebers in einer angemessenen Schlafunterkunft mit Sanitäranlagen untergebracht werden, also in einer Pension oder einem Hotel statt wie zuvor bloß im Fahrerhaus.

„Täglich müssen etwa 120.000 Kraftfahrer ihre Nacht an Deutschlands Straßen und Autobahnen verbringen“, sagt Ralf-Peter Kals. „Aber gerade mal ein Prozent der Hotels im Land verfügen über einen Lkw-Parkplatz.“ Auch für andere Durchreisende könnte eine solche Unterbringung praktisch sein. Ein riesiger Bedarf ergab sich also – und eine Geschäftsidee wurde geboren. Fünf Roatels stehen inzwischen auf Autohöfen im Norden und Osten der Republik, allerdings noch keiner in Nordrhein-Westfalen.

Dabei bewegt sich die Übernachtung für 49 Euro noch im preisgünstigen Segment. „Dank der modularen Bauweise können wir uns nach der Nachfrage richten. Falls sich die Verkehrslage langfristig ändert, können wir also Kapazitäten schnell wieder auf- und abbauen“, sagt Theisen. Bis Ende des Jahres sollen weitere 25 „Roatels“ stehen, die im niedersächsischen Löningen vom Einrichtungsunternehmen des Mitgesellschafters Peter Imbusch gebaut werden.

Dass das Unternehmen für den Wettbewerb „Out of the Box NRW“ für digitale Start-ups nominiert wurde, liegt vor allem an der von ihr entworfenen digitalen Infrastruktur. Die Zimmerbuchung erfolgt über eine Web-App, der „Schlüssel“ kommt direkt aufs Handy, der Check-In ist somit kontaktlos. „Wir wollen unsere Plattform auch mit anderen Dienstleistungstypen verknüpfen, etwa für Essens-Vergünstigungen oder mit anderen Unterkunftsanbietern“, sagt Theisen. Sind die Roatels ausgebucht, soll dem Fahrer die Buchung anderer Unterbringungen in der Nähe angeboten werden.

Unabhängig vom Ausgang des Wettbewerbs haben sich Theisen und Kals ihre Sporen in der Gründerszene bereits verdient. 2000 gründete der gelernte Speditionskaufmann Kals das Postdienstunternehmen „First Mail“, nachdem der Postmarkt per politischem Beschluss liberalisiert worden war. Später gründeten er, Studienkollege Martin Swart und Theisen, die seit einer Jugendtätigkeit beim Düsseldorfer Katastrophenschutz befreundet sind, mit Freesort einen weiteren Postdienstleister. Beide Unternehmen wurden nach kurzer Zeit gewinnbringend an große Mitbewerber verkauft.

Eine ähnliche Erfolgsstory erhoffen sich die Gründer auch mit ihren „Roatels“, auch wenn sich die Rahmenbedingungen mit Themen wie Baugenehmigungen und ausreichend geeigneten Flächen ungleich differenzierter gestalten. Dafür ist ein Joint-Venture mit einem großen Mineralölkonzern in der Ausarbeitung, weshalb die Düsseldorfer bereits auf das Auslandsgeschäft blicken. Theisen: „Ich bin zuversichtlich, dass wir schon in diesem Jahr ein erstes Roatel in einem europäischen Nachbarland aufstellen.“

Quelle: RP (zuletzt abgerufen am 24.05.2022)

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